Die drei Affen

Ein Aufruf zur öffentlichen Debatte mit den deutschsprachigen linken Medien zum Thema “Syrien und die westliche Linke”.

Von Antidote Zine

Wir verfolgen seit längerer Zeit wie Linke im Westen den syrischen Konflikt und die syrische Revolution erfolgreich ignorieren. Wir befürchten das der Hauptgrund für diesen Umstand unterschwelliger Orientalismus ist. Progressive Ideen, echte Proteste gibt es – wenn mensch zwischen den Zeilen liest – nur bei uns im Westen.Continue Reading

Syrien, Links, Unten

Hier findet die grösste Revolution seit dem spanischen Bürgerkrieg statt, und alles was wir hören ist das Zirpen der Grillen. Das grosse Schweigen; „es ist kompliziert“ lautet die gängige Ausrede. Ironischerweise wurde Syrien vor der Revolution das „Königreich der Stille“ genannt. Im März 2011 explodierte dieses Schweigen in einer Vielfalt von Stimmen.

Der Ursprung der Gewalt in Syrien ist in Tatsache nicht so schwierig zu verstehen. Syrien war vier Jahrezente lang eine totalitäre Diktatur. Syrien war ein faschistischer Polizeistaat, geprägt von institutionellem Rassismus und Korruption. Einem kapitalistischen Wirtschaftssystem unterworfen, das lediglich einer reichen Cliqueé diente – der Assad Gang.

2011 erfasste Mut und Fantasie die Massen und SyrierInnen machten ihrem Ärger Platz und riefen nach Veränderung. Sie hatten die Schnauze voll von Korruption und Arbeitslosigkeit. Sie hatten die Schnauze voll der umhergreifenden Gewalt, der grenzenlosen Armut. Wütend das Kinder gefoltert wurden weil sie Sprüche gegen das Regime gesprayt hatten ging ein Schrei des Aufstandes durch das Land und verlangte das Ende der unterdrückenden Herrschaft von Assad, und erhebte sich zeitgleich für die Freiheit-  das Schicksal ihres Land in die eigenen Hände zu nehmen.

AntiDote versteht sich seit jeher als Sprachohr der erstickten Stimmen zu dienen . Nicht nur weil sie üblicherweise überhört werden, sondern auch weil sie Geschichte schreiben  Viele westliche Linke und AnarchistInnen tun sich mit der Thematik Syrien schwer. Doch stellt der Krieg in Syrien den definierenden Konflikt unserer Zeit und eine Bewährungsprobe unserer Bewegungen. Ein sowohl moralischer als politisch ethischer Kompass jeglicher zukünfiger Kämpfe.Continue Reading

Entschuldigen Sie bitte – Wie weit ist es von Simferopol nach Grosny?

2

Das Original auf Englisch ist hier einzusehen

Von Laurent Moeri für Antidote, übersetzt von K. H. W.

“Wenn der Kampf vorbei ist und die Märtyrer schlafen, erheben sich die Feiglinge aus den Gassen, um uns von ihrem Heldentum zu erzählen”  -Graffiti in Homs, Syrien

Vorwort – Mission Impossible

Was folgt, ist ein Versuch des Unmöglichen: eine kritische Überprüfung der Situation in der Ukraine, der Beteiligung von Putins Russland und der Fähigkeit (oder Unfähigkeit) der internationalen Linken auf soziale Aufstände ohne bereits vorgeschriebene Botschaften zu antworten. Ich schreibe auf Grundlage einer einzigen Prämisse: dass nämlich die Opfer einer möglichen militärischen Eskalation in der Ukraine überwiegend ethnische Minderheiten sein werden: die muslimischen Krimtataren, marginalisierte Gruppen wie die Sinti und Roma, sowie die Arbeiterklasse; während die Bürokraten in Brüssel und der Zar und sein Clan in Moskau ihre jeweiligen Interessen weiterverfolgen werden. Um die Wahrscheinlichkeit dieser Vorhersage zu unterstreichen, werde ich einen Vergleich zwischen den Ereignissen in Tschetschenien und denen auf der Krim anstellen.Continue Reading

Excuse Me Mister, How Far Is It from Simferopol to Grozny?

3

by Antidote’s Laurent Moeri

“When the battle is over and the martyrs sleep, the cowards emerge from the alleys to tell us of their heroism.” – Graffiti in Homs, Syria
Prelude – Mission Impossible

What follows is an attempt at the impossible: a critical review of the situation in Ukraine, the involvement of Putinʼs Russia, and the international Leftʼs capacity (or lack thereof) to respond to social uprisings without repeating prescribed narratives. It is written on one sole premise: that the victims of an eventual military escalation in Ukraine will predominantly be ethnic minorities such as the muslim Crimean Tatars, marginalized groups such as the Sinti and Roma, and the working class—while bureaucrats in Brussels and the Czar and his clan in Moscow will continue to further their respective interests. To highlight the likelihood of this prediction, a comparison will be made between events in Chechnya and Crimea.Continue Reading

DISCULPE SEÑOR – ¿QUÉ DISTANCIA HAY ENTRE SIMFERÓPOL Y GROZNY?

El siguiente texto es un extracto de “Excuse me Mister – How Far is it from Simferopol to Grozny?Para leer el texto completo en Inglés, haz clic aquí.

Por Laurent Moeri de Antidote. Traducido al Español por un gato cualquiera.

IV. El eslabón faltante: Chechenia y Crimea

“Terek on his stones is fretting / With a troubled roar;
Wild Chechen, his dagger whetting, / Crawls along the shore.
But your father knows war’s riot, / Knows what he must do.
Sleep, my darling, sleep in quiet, / Bayushki-bayu.”
– popular Cossack lullaby written by the Russian Poet Lermontov
Llamar a alguien negro, en referencia a su color de piel, puede que sea un término políticamente aceptable en EE.UU. En Rusia, sin embargo, el término “negro” (en ruso: чурок, chyrock, chyrka) es usado de una manera muy peyorativa y racista, y fue utilizado a lo largo de la historia de la Unión Soviética para diferenciar entre los “eslavos étnicos leales” y los “rebeldes, incivilizados no-eslavos”. La maquinaria propagandística soviética declaraba que “los chechenos son animales salvajes que algún día morirán en la inmundicia y la pobreza si el Ejército Rojo no los civiliza”, y, con el fin de asimilarlos a la cultura soviética, debían ser “emancipados del islam y de sus tradiciones bárbaras” …y ser deportados a la fuerza.
"Don't buy from the Blacks!"

“Don’t buy from the Blacks!”

Continue Reading

Sunset, Sunrise: Threnody for Child Victims of State Violence

1

By Antidote’s Laurent Moeri

The sun rides low on the horizon, soon to disappear behind the sea. In the ebbing light, scrabbly mountains discolor slowly in deepening shades of blue. A couple is sitting in a secluded cove, sand in their hair, gazing at the reddish-gold sinking orb. A few last fishing boats are returning to the small harbor. A fisherman begins to unload his catch; sitting, he slices open each fish and throws the offal in the water. Shrieking gulls arc above him, fighting over the glistening scraps.

Continue Reading

Berkin Elvan lebt

2

Von Antidote’s Laurent Moeri

Die Sonne steht tief und senkt sich langsam dem Horizont entgegen, um in Kürze hinter dem Meer zu verschwinden. Die kargen Berge verfärben sich durch das verebbende Licht in einem fortwährend dunkler und tiefer werdendem Blauton. Ein verliebtes Paar sitzt mit Sand in den Haaren in der Bucht und blickt in die rotgoldene, sich senkende Kugel. Die letzten Fischerkutter kehren in den kleinen Hafen ein. Einer entladet bereits seine Beute, schlitzt sitzend die Fische auf und wirft Unpassendes ins Wasser. Kreischende Möven kreisen über ihn, kämpfen um die Innereien.Continue Reading